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Arnaldo
Ricciardi malt abstrakte Bilder. Ungegenständlichkeit bedeutet
jedoch nicht, dass der Inhalt eines abstrakten Bildes nichts mit
unserer unmittelbaren Erfahrung und Lebenswelt zu tun hat. Im
Gegenteil, die Nähe zur Wirklichkeit, die Verarbeitung von realen
Eindrücken ist stets das Fundament gegenstandsloser Kunst.
Ricciardis
wichtigstes Gestaltungsmittel ist die Farbe. In seinen Bildern
entwickeln sich die Farben sehr behutsam. Der Betrachter kann die
Entwicklung und Veränderung der Farben unmittelbar nachempfinden.
Meist gibt es eine dominante Farbe, die sich über andere Farbflächen
legt, diese gleichsam zudeckt, je nach Transparenz und Stärke. Von
der Peripherie her, an den Bildrändern ist die Genese, die
Schichtung des Farbauftrags nachvollziehbar. Im Zentrum hingegen
expandiert die dominante Farbfläche. Mit dem Durchschimmern
übereinander liegender Farbenschichten entsteht ein diffuser, stets
in Bewegung gehaltener Farbcharakter von hoher atmosphärischer
Wirkung, der vom Betrachter sehr unterschiedlich erlebt und
interpretiert werden kann. Zuweilen werden durch bewusstes Aussparen
die darunter liegenden Farbschichten sichtbar und liefern spannende
Farbkontraste.
In einer Reihe
weiterer Bilder ergibt sich eine gewisse Gleichrangigkeit mehrerer
Farbflächen, deren Formen sich zumeist an orthogonale Strukturen
orientieren. Wesentlich ist vor allem der fließende Konturenverlauf;
eine Farbfläche gleitet sanft in die andere hinüber. Solche eng
miteinander verwobenen farbigen Rechtecke bilden ein überschaubares,
klar definiertes Ordnungsgefüge. Die Farbigkeit entwickelt sich
entweder in einer stufenweisen Chromatik, etwa in den Bildern, in
denen Grau und Weiß dominieren. Oder es entstehen kontrastreiche
Farbdialoge, wie etwa in den Bildern mit kräftigem Rot, Blau und
Gelb.
Stets sind Ricciardis Farbkompositionen sehr überlegt aufgebaut.
Seine Bilder sind reflexive Arbeiten, welche Ruhe vermitteln und den
Betrachter zum Innehalten anregen. Trotz ihrer Abstraktion bieten
die Bilder dem Betrachter Orientierung, aber auch vielfältigen
Spielraum für die eigene Interpretation.
Franz
Smola
Leopold Museum, Wien |
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